Aufgeschnappt von Adelheid. Lennep im Jahre des Herrn 2009. Die ganze Welt ist im Internet präsent. Die ganze Welt? Natürlich nicht! Eine kleine Stadt im Bergischen Land leistet erfolgreich Widerstand. Und: Auch unter massivem Druck angeblicher Pro-Lenneper halten Handel und Gewerbe an ihren Prinzipien fest.
“Nein, eine Internetpräsenz ist für die Mehrheit* von uns Lenneper Einzelhändlern unvorstellbar.” Und: “Über Google gefunden zu werden? Was für eine Belästigung! Nein, wir haben genug Umsatz. Wenn auch der Wettbewerb im Internet vertreten ist – was soll es – unsere Kunden kennen ja den Weg zu uns. Fertig. Basta!”
*Es gibt immer ein paar Ausnahmen, halt die Klugscheißer und notorischen Besserwisser. Diese tiefschwarzen Schafe unter uns findet man hier: Lenneper Schaufenster




Oh, ja manche Einzelhändler machen es einem nicht einfach, sein Geld los zu werden: manchmal hat man das Gefühl, dass man als Kunde stört oder man muss sich erst einaml ein Klagelied über die schlechten Verhältnisse anhören. Man muss sich auch nicht wundern, wenn man ignoriert wird. Schön ist es auch, wenn jemand eine genaue Vorstellung davon hat, was er kaufen will, sich aber belehren lassen muss, das man was anderes trägt oder braucht.
Von ridikül — 2. Oktober 2009 18:06
In Radehintermwald sollte man auf die eigenen Blitze achten (siehe u.a. Aqua Fun).
Wir in Lennep haben die Blitze gerne, haben mindestens 88 Vereine die sich nur für Lennep stark machen.
Alle 88 Dinges haben sich lieb, arbeiten wie Profis zusammen und wenn es persönlichen Differenzen gibt, werden sie zum Wohle Lenneps ausgeblendet.
Das ist LENNEP, ja!
WIR IN LENNEP, SCHREIBEN IN KLARNAMEN.
Von Martin Heyder — 2. Oktober 2009 22:06
Martin Heyder schrieb: “In Radehintermwald sollte man auf die eigenen Blitze achten”.
Hallo Martin, wieso? Das Life-Less Desaster besorgt der Stadt keinen Sparkommissar, die Profilneurotiker haben sich ihren Ruf gründlich versaut und im Ernstfall geht eine GmbH in die Pleite. Ist das in Remscheid auch so? Und ist dann meine Heimatstadt Lennep nicht betroffen?
Von Adelheid — 3. Oktober 2009 09:36
Hallo Herr Heyder,
Sie wissen doch, das Großschrift im Internet als SCHREIEN gilt. Was, wenn es sich bei dem so angesprochenen Gast um einen potentiellen Touristen handelt?
Von Hubert Spössel — 3. Oktober 2009 11:02
Was glaubst du, wer hat den das Aqua Fun bezahlt?
Vielleicht die Bürger?
Unsere Heimatstadt Lennep (also wir) hat das Gartenhallenbad gebaut.
Aqua Fun = Life-Less GmbH
Gartenhallenbad = H20 GmbH
Stadtwerke = EWR GmbH
Deutsche Bahn = AG?
Bald wird unser Trinkwasser zur GmbH!
Im Ernstfall geht nicht eine GmbH pleite, sondern die Bürger zahlen, wie immer (siehe Bankenkrise).
Von Martin Heyder — 3. Oktober 2009 12:21
Hallo Herr Spössel,
nein, dass habe ich nicht gewusst.
Danke für den Hinweis, werde es zukünftig berücksichtigen.
Von Martin Heyder — 3. Oktober 2009 12:29
Hallo Herr Heyder
hinter ridikül verbirgt sich natürlich eine Person, die die Öffentlichkeit nicht scheut.
Harald Sellner, Kommunalpolitiker von B90/Die Grünen seit vielen Jahren. Die BV Lennep habe ich 10 Jahre genossen!?
Von ridikül — 3. Oktober 2009 20:32
Ernsthafter Vorschlag für Lennep: der Einzelhandel kann kaum mit den Angeboten in näherer und weiterer Umgebung mithalten. Dafür fehlen die entsprechenden Kunden, die sich eher an die Städte der Rheinschiene halten. M.E. gibt es nur eine Chance für Lennep.: der touristische Schwerpunkt im Bergischen Land, als Vorreiter für alle Kommunen des LK Lennep. Kaufkraft kann nur von außen kommen und das sind in erster Linie Touristen. Da kann Lennep und Umgebung eine Menge Attraktives bieten. Es fehlt nur noch die überzeugende Kneipen-Café-Laden-Szene
Von ridikül — 3. Oktober 2009 21:41
Die gute alte Kreisstadt Lennep besitzt mit seiner endgeilen Altstadt schlechtweghin das ultimative touristische Highlight.
Röntgen- und Tuchmuseum, Klosterkirche, Rotationstheater etc. in Verbindung mit einer netten Kneipenszene. Und das in einer echten Altstadt. Von daher stimme ich ob der fehlenden Kneipen- und Cafe-Szene nicht zu.
Allerdings sollten die defensiven Einzelhändler mal beginnen, offensiv zu denken, über ihren Schatten springen und irgendwie den Job als Dienstleister akzeptieren, auch wenn es schwerfällt. Und sollten die das wider Erwarten hinbekommen:
Ist den Lenneper Immo-Besitzer-Erbengemeinschaften eh’ nicht alles drietenegal (z.B. Apo Wetterauer Str.) und damit die Diskussion hier leider für lala?
Von Adelheid — 3. Oktober 2009 23:02
Das mit den ultimativen touristischen Highlights ist wohl eher ein Wunschdenken. Wenn man irgdnewelche Menschen in der Remscheider City fragt, ob sie nach Lennep kommen, so erhält man selten eine postive Antwort. Eher: Was soll ich da? Ja, zum Finanzamt u.ä. Die Leute schauen einen a, als ob gerade nach Sibirien gefragt hätte. Man muss konstatieren, das Lennep kein postives und attraktives Image hat. Die Formulierung Landkreis Lennep unterstützt dies höchstens.
Daher: eine Änderung kann es meiner Meinung nur dann geben, wenn Lennep der touristische Schwerpunkt Remscheids im Bergischen Land ist.
Von ridikül — 5. Oktober 2009 09:04
Viele Remscheider Entscheidungsträger schauen gern auf Lennep herab und werten unser Städtchen ab, wo es nur geht. (Außer in Wahlkampfzeiten, wenn die Frau Oberbürgermeisterin bei ihren äußerst seltenen Auftritten von “unserem Lennep” spricht)
Die Bankrotterklärungen einzelner Politiker zur finanziellen Lage ließen sich zu einem Armutszeugnis zusammenfassen.
Die Idee des Tourismus als Schwerpunkt ist auch nichts anderes als Wunschdenken und wird weder etwas für Lennep noch für die Möchtegerngroßstadt bringen.
Wir haben in Lennep eine gute Infrastruktur und Eigenständig hätten wir eine Chance, nicht als Landkreis, aber als eigenständiger Ort wäre es im Sinne von Bürgermotivation wenigstens denkbar, nicht im Schuldenstrudel der Stadt Remscheid mit unter zu gehen.
Von Hubert Spössel — 5. Oktober 2009 10:19
Gut dass es solide Vorurteile gibt. Die Remscheider Entscheidungsträger haben immerhin für die Gelder gesorgt, die in die Altstadt Lennep investiert wurden. Außerdem gehören zu den Remscheider Entscheidungsträgern auch diejenigen, die in Lennep gewählt wurden. “Wir haben in Lennep eine gute Infrastruktur” ist wohl idealistisch übertrieben. Wenn nicht immer wieder auf dem angeblich historisch begründeten Antagonismus zwischen L und RS herumgeritten würde, käme man in der Diskussion ein Stück weiter. Welche Funktion der Stadtteil Lennep für die ganze Stadt Remscheid erfüllen kann und soll, müsste hier mal diskutiert werden.
Von ridikül — 5. Oktober 2009 20:57
Dem Vorschlag zur Diskussion stimme ich gern zu. Die Historie kommt um das Geschehen im Jahr 1929 leider nicht herum und es wäre auch durchaus denkbar, für Lennep und nicht gegen Remscheid zu sein. Ein sehr interessanter Kommentar zu den politschen Verhältnissen findet sich zeitnah im Komnunalpolitschen Forum Remscheid: http://waterboelles.de/archives/5900-Gedanken-ueber-Ignoranz,-Arroganz-und-Volksvertreter.html
Der Kommentar bezieht sich zwar nicht auf unser Städtchen, zeigt aber dennoch Fakten im Umgang mit Bürgern und Recourcen dieser Stadt.
Von Hubert Spössel — 5. Oktober 2009 22:03
Auch mich würde diese Diskussion sehr freuen. Vorab: Unser zartes Diskussions-Pflänzlein “Die Lenneper Sache” http://www.driethuesken.de/?p=147 erstickte leider viel zu früh. Unser Wunschgedanke, (2 ganz bestimmte) Lenneper Vereine zum Begraben diverser Kriegsbeile zu bewegen, war wohl etwas utopisch.
Da bin ich dann doch etwas neidisch auf meine Schwestern aus’m streitarmen Dorp. Anyway.
Ein starkes und geeintes Lennep kann nicht nur für sich selbst mehr erreichen, auch Remscheid würde automatisch profitieren. Wenn die dann Lust drauf hätten. Ich glaube eher, der medienwirksame Auftritt bei der Verleihung der Röntgenplakette ist für die/den OB völlig ausreichend. Mehr Lennep brauchts für die nicht…
Kleines Beispiel: Waren die Gelder zur Sanierung der Altstadt nicht an die Belebung derselben (in Remscheider Verantwortung) geknüpft und leidet der Magnet Röntgen-Museum nicht gerade unter spärlich fließenden Zahlungen aus der Landeshauptstadt (weil die Düsseldorfer die Belebung suchen und nicht finden Können)? http://www.rga-online.de/archiv/archivsuchergebnis.php?userid=&publikation=2&template=artsuchneu&redaktion=2&artikel=109139426&archiv=1
Merke: Wer eingemeindet, hat nicht nur mehr Land, auch mehr Verantwortung
Von Adelheid — 6. Oktober 2009 15:00
In der Therapie für Suchtkranke heißt, dass nur der wieder nach oben kommt, der ganz unten angekommen ist. Ich hoffe nicht, dass das auch für Lennep gilt, sonst steht uns noch eine längere Leidenszeit bevor. Trotz allem: man muss mit den Leuten zurechtkommen, die nun mal die Akteure vor Ort sind. Die sind, wie fast alle Leute nur an ihrem empfindlichsten Körperteil zu treffen: dem Portemnonnaie. Was könnte das sein? Die Aussicht auf Verdienst. Vorstellbar sind potente Touristen, eine attraktive Außen- und Innengastronomie, kleine Events, die neugierig machen und die es nur hier gibt.
Vorschlag: die Diskutanten des Forums treffen sich, um in einer lebhaft-kontroversen Diskussion ohne die üblichen Akteure tragfähige Vorstellungen zu entwickeln.
Von ridikül — 6. Oktober 2009 17:06
Hallo Adelheid,
vielen lieben Dank für den Backlink auf mein Lenneper Schaufenster!
@15 ridikül: Ist der Vorschlag für ein virtuelles Treffen gemeint? Dann wäre es sinnvoll, die Themenvielfalt auf mehrere Boards zu verteilen.
Das Driethüsken als Treff für politische Unebenheiten, http://www.lennep-online.de/lennep-forum/index.php als Diskussionsort für Detail- und passgenaue Konzeption und Planung und für Angebotspräsentation und Vermarktung. –> ebenso http://lennep.biz
Falls es um Fördergelder geht, wäre http://www.lennep.eu/ ein weiterer Ort, der nützlich sein könnte. Hierzu sollte sich der Betreiber äußern, falls er seine Zielsetzung ernst meint.
Für den gesamtstädtischen Überblick böte sich natürlich http://waterboelles.de an.
Erfreulich wäre es dabei nicht nur für mich, wenn auch die “üblichen Akteure” den Nutzen der Vernetzung erkennen könnten.
Von Klaus Konkel — 7. Oktober 2009 16:47